Vor dem offiziellen Beginn der neuen Legislaturperiode und der konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderates haben sich fast alle gewählten Marktgemeinderäte sowie Bürgermeister Martin Hiergeist in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu einem feierlichen Gottesdienst versammelt. Zelebriert wurde die Messfeier von Dekan Jürgen Josef Eckl, der den Beginn der sechsjährigen Wahlperiode unter ein geistliches Vorzeichen stellte. Da der Gottesdienst in der Woche vor Pfingsten stattfand, schlug der Geistliche eine Brücke zum Fest des Heiligen Geistes und bat für die anstehenden kommunalpolitischen Aufgaben um die Gaben der Weisheit, der Einsicht, des Rates und des Mutes. In seiner Predigt betonte Dekan Eckl, dass das übernommene Mandat in erster Linie ein Dienst an den Menschen der Marktgemeinde sei: „Sie übernehmen Verantwortung und damit einen Dienst an den Menschen dieser Marktgemeinde.“ Er verwies darauf, dass die Arbeit in der Kommunalpolitik und Verwaltung oft ein Balanceakt sei, bei dem man es „naturgemäß nicht allen gleichermaßen recht machen“ könne. Politik sei zwar ein Ort der gegensätzlichen Meinungen, doch entscheidend sei das Fundament, auf dem die Entscheidungen getroffen werden. In diesem Zusammenhang rief er das neu formierte Gremium dazu auf, einen „guten Geist“ im Rathaus einziehen zu lassen. Ein solcher pfingstlicher Geist sei „ein Geist der Verständigung, der Wahrheit und des Friedens. Ein Geist, der Brücken baut, der zuhört und versöhnt.“ Besonders am Herzen lag dem Geistlichen das soziale Bewusstsein der Räte, weshalb er ihnen eindringlich auftrug, den Geist zu pflegen, „der die Schwachen, die Armen, die am Rande stehenden und Abgehängten in der Gemeinde nicht aus dem Blick geraten lässt. Sie möchte ich Ihnen besonders ans Herz legen.“
Gleichzeitig fand Dekan Eckl klare Worte der Warnung vor den Schattenseiten des politischen Betriebs: „In unserer Marktgemeinde soll ein guter Geist herrschen. Kein Geist der Spaltung oder der Rechthaberei, auch kein Geist der persönlichen Herabsetzung oder ein Geist der einfachen Antworten.“ Er zeigte sich jedoch dankbar für die politische Kultur vor Ort und fügte hinzu: „Die Kräfte, denen es nicht um Zusammenhalt und das Gemeinwohl geht, sondern um Spaltung und Zersetzung, die haben Gott sei Dank zumindest in Pilsting keine Stimme, und das ist gut so.“ Mit den mutmachenden Worten des Apostels Paulus, dass Gott uns nicht einen Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben habe, wünschte er den Ratsmitgliedern die nötige Standhaftigkeit, um „bisweilen Kritik und Anfeindungen wegzustecken“ sowie die Weisheit, „auch dazu einmal unbequeme, aber zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen und Fehler einzugestehen.“
Er schloss mit dem Wunsch, dass die „Pilstinger Regierung“ bei ihrer Arbeit stets von guten Impulsen geleitet werde und „nicht vergeblich wartet auf die göttlichen Eingebungen.“ Während der feierlichen Messfeier brachten die Gläubigen in den Fürbitten auch das konkrete Anliegen vor, dass die politisch Verantwortlichen vor Eigennutz sowie Resignation bewahrt und mit aufrichtigem Pflichtbewusstsein erfüllt werden. Zum Abschluss lobte Dekan Jürgen Josef Eckl den Bürgermeister und die Markträte für dieses sichtbare Zeichen der Verbundenheit mit christlichen Werten und entließ die Kommunalpolitiker mit Gottes Segen für die anstehenden Aufgaben in den Sitzungssaal.

(Text und Foto: S. Melis)

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