Ein zutiefst eindrucksvolles und farbenprächtiges Bild hat sich den zahlreichen Gläubigen am Pfingstsonntag in der festlich geschmückten Pilstinger Pfarrkirche geboten. Wenn das Pfingstfest im Kirchenjahr als der feierliche Geburtstag der Kirche begangen wird, verbindet sich in der Pfarrei Glaube mit einem tief verwurzelten Brauchtum: dem prachtvollen Rosenregen. Unzählige rote Rosenblätter schwebten während des Gottesdienstes majestätisch von der Decke des Kirchenschiffs herab auf die versammelte Pfarrgemeinde – ein optisch wie emotional Symbol für die Feuerzungen des historischen Pfingstwunders und für die göttliche Liebe. Dekan Jürgen Josef Eckl, der den Festgottesdienst feierlich zelebrierte, griff dieses Bild in seiner aufrüttelnden Predigt direkt auf. Er betonte, dass in einer oft trostlosen Welt die Lebensfreude und die Hoffnung „buchstäblich vom Himmel fallen.“ Zuvor spannte der Geistliche den Bogen von der biblischen Verheißung bis in die von Unsicherheiten geprägte Gegenwart. In einer Ära, die von „Fake News“, alternativen Wahrheiten und den rasanten Entwicklungen künstlicher Intelligenz geformt werde – in der Original und Plagiat kaum noch zu trennen seien –, sei die Sehnsucht nach echter Wahrheit größer denn je. „Hinter der Wahrheit steht für uns Glaubende kein Konstrukt, sondern eine Person“, so Eckl. Die Botschaft des Festes sei klar: Die Welt ist in Christus erlöst. Deshalb dürfe man sich nicht damit begnügen, den Alltag nur irgendwie ratlos zu bewältigen. Die Pfingstfreude solle vielmehr Kraftquell sein. Für den würdigen und glanzvollen musikalischen Rahmen des Festgottesdienstes sorgte der gemischte Chor unter der Leitung von Willi Gabler. Der schwebende Blütenregen setzte schließlich den Schlusspunkt unter eine Liturgie, die den Geist der Gemeinschaft tief spürbar machte.

(Foto: S. Melis)

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