„Fronleichnam möchte uns zum Staunen bringen. Es macht unseren Glauben erlebbar, lässt ihn uns mit unseren Sinnen wahrnehmen“ – mit diesen zentralen Worten aus der Predigt von Dekan Jürgen Josef Eckl lässt sich das Hochfest des Leibes und Blutes Christi in der Pfarreiengemeinschaft treffend zusammenfassen. In einer Zeit, in der das kirchliche Leben oft hinterfragt wird, lenkte der Geistliche den Blick weg von der reinen Äußerlichkeit hin zum tiefen, sinnlichen Erleben des Glaubens. Dieses spürbare Staunen zog sich wie ein roter Faden durch die feierlichen Gottesdienste und die anschließenden, prächtigen Prozessionen, die in Pilsting und Großköllnbach von zahlreichen Vereinen, Kommunionkindern und der gesamten Pfarrgemeinde mit großem Engagement getragen wurden.

In Pilsting zelebrierte Dekan Jürgen Josef Eckl das festliche Hochamt. In seiner eindringlichen Predigt setzte er sich intensiv mit der tiefen Relevanz des Altarsakraments auseinander, das durch festlichen Schmuck, Fahnen, Blumenteppiche und Musik begleitet wird. Für Außenstehende möge der immense Aufwand für ein kleines Stück Brot kaum begreiflich sein, doch für die Gläubigen sei in dieser Eucharistie Christus selbst gegenwärtig. Bezugnehmend auf das Zweite Vatikanische Konzil betonte Eckl, dass die Eucharistie die „Quelle und der Höhepunkt allen kirchlichen Lebens“ sei. Kirche entstehe, lebe und geschehe genau in dieser Feier. Wer den tiefen Hunger seiner Seele nach Leben nicht im ewigen Arbeiten oder Amüsieren ersticken wolle, finde in Christus das lebendige Brot, das wahre Hoffnung und neues Leben schenke. Nach dem Gottesdienst trugen die Gläubigen das Allerheiligste in der kostbaren Monstranz durch die Straßen Pilstings. Der Prozessionsweg zeichnete sich durch vier liebevoll gestaltete Altäre aus: Die erste Station machte der Festzug am Rathaus, wo die Kolpingsfamilie den Altar vorbereitet hatte. Weiter zog die Gemeinde zur zweiten Station bei der Raiffeisenbank, gestaltet von der Familie Weber in den Händen der Parnkofener. Der dritte Altar, gestaltet von den Gläubigen aus Ganacker, befand sich am Kindergarten. Den feierlichen Abschluss bildete die vierte Station am Pfarrheim Pilsting, betreut vom Pilstinger Pfarrgemeinderat. In der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zurück erklang der eucharistischen Segen, Te Deum.

Zeitgleich stand auch der Ortsteil Großköllnbach ganz im Zeichen des eucharistischen Hochfestes. Hier zeichnete Pfarrvikar Dr. Paul als Zelebrant für den feierlichen Gottesdienst verantwortlich. Auch hier spiegelte sich die tiefe Verbundenheit der Dorfgemeinschaft im prächtigen Schmuck der Häuser und Straßen wider, die der Prozessionszug passierte. Der Großköllnbacher Prozessionsweg führte die dicht aneinandergereihten Gläubigen zuerst über den zentralen Georgsplatz und weiter in die Dachinger Straße zum Altar, gestaltet von Frau Kammermeier, zur Bachstraße, zum 1.200-Jahre Denkmal und dem Altar gestaltet von Frau Lehermeier. Der Altar am Kindergarten wurde vom Pfarrgemeinderat gestaltet und der am Kirchenvorplatz von den Mesnern. In beiden Ortsteilen wurde überaus deutlich, dass Fronleichnam weit mehr als reine Brauchtumspflege ist. Wie Dekan Eckl in seiner Predigt ausführte, ging es darum, Christus „den Augen, den Gewissen und den Herzen der Menschen“ zu zeigen, um den Glauben zu festigen.

Text und Fotos: S. Melis, privat

Kategorien: Allgemein