„Gerade in ihrer Tätigkeit als Jägerinnen und Jäger kommt das im Hegen und Pflegen der ihnen anvertrauten Jagdreviere mit der großen Vielfalt an Leben zum Tragen. Sie handeln zu allererst in Fürsorge“: Mit dieser Würdigung weidmännischen Wirkens wandte sich Dekan Jürgen Josef Eckl bei der traditionellen Hubertusmesse in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pilsting an die versammelte Jägerschaft. Zu Ehren ihres Schutzpatrons hatten sich die Mitglieder des Jagdschutz- und Jägervereins Landau versammelt. Für die musikalische Gestaltung in der Pfarrkirche sorgten die Jagdhornbläser Landau unter der Leitung von Rudi Scharl mit Unterstützung der Jagdhornbläser aus Dingolfing. Nach dem Gottesdienst klang der Abend im Gasthaus Limbrunner in Waibling mit einer Feier und Mitgliederehrungen aus, dort begrüßte Martin Aigner die Anwesenden und nahm die Ehrungen vor. Für 25 Jahre Mitgliedschaft im Jagdschutz und Jägerverein Landau wurden Hilmar Pucher und Jürgen Ullrich geehrt. Für 40 Jahre Mitgliedschaft beim Jagdschutz und Jägerverein Landau erhielt Dr. Wolfgang Herzum die Auszeichnung. Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Jagdschutz und Jägerverein Landau wurden Eduard Jahrstorfer und Alfred Schönhofer ausgezeichnet.

Dekan Jürgen Josef Eckl verwies eingangs auf den doppelten Festanlass, da am 31. Oktober auch das Hochfest des heiligen Wolfgang gefeiert werde. Unter dem Leitgedanken „Der Platz des Menschen“ knüpfte er an das Lukasevangelium an und hinterfragte den menschlichen Hang zur Selbstüberhöhung. Allzu oft ordne der Mensch die Umwelt nach eigenen Bedürfnissen und lege einen rein utilitaristischen Maßstab an – „als wäre alles, was uns umgibt, einzig und allein für uns da“. Wer allerdings mit offenen Augen durch Wald und Flur gehe, erfahre eine Natur, die ihren ganz eigenen Takt besitze und den Betrachter angesichts ihrer Vielfalt demütig stimme. Der Mensch stehe keineswegs über den Dingen, sondern sei vielmehr „ein Geschöpf unter vielen“. Jedes Lebewesen und jede Landschaft trügen einen Schöpfungswert in sich, der völlig unabhängig von wirtschaftlicher Nutzbarkeit bestehe. Ein Baum sei eben nicht erst dann wertvoll, wenn sein Holz geschlagen werde, so der Geistliche. Aus der biblischen Schöpfungserzählung folgerte Eckl daher eine klare Verpflichtung zur Zurückhaltung: Die Gottebenbildlichkeit sei kein Freibrief zur Ausbeutung, sondern ein Auftrag zur treuen Sachwalterschaft. Gott habe die Welt den Menschen nicht als Eigentum überlassen, sondern lediglich anvertraut. Wahre Größe zeige sich deshalb genau darin, „wenn er seine eigene Macht begrenzt und nicht alles tut, was er tun könnte“.
Vor dem Auszug ergriff der Vorsitzende Martin Aigner das Wort und sprach seinen Dank für die feierliche Messe, die Vorbereitung durch den Hegering Pilsting mit Hegeringleiter Albert Maier und seinem Team sowie die musikalische Gestaltung aus. Mit Jagdsignalen und geselligem Beisammensein im Anschluss an die Ehrungen im Gasthaus Limbrunner klang der Abend aus.

Text und Foto: S. Melis