Allerheiligen und Allerseelen ist in den Pfarreien seit jeher der liebevollen Erinnerung an die Verstorbenen gewidmet. In der Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach versammelten sich die Gläubigen in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie auf den Friedhöfen, um gemeinsam innezuhalten, für die Toten zu beten und die Gräber segnen zu lassen.

In der Pilstinger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt leitete Dekan Jürgen Josef Eckl die feierliche Andacht zum Totengedenken. In seiner Predigt griff er das Bild der zahlreichen Grabsteine auf den Friedhöfen auf, die ganz unterschiedliche Gestaltungen tragen, denen jedoch eines gemeinsam ist: der eingemeißelte Name. Für Fremde sei dies nur ein Name auf Stein, für die Angehörigen jedoch weitaus mehr. Dahinter stünden Gesichter, vertraute Stimmen, gemeinsame Lebenswege und Erinnerungen, die beim Klang des Namens wieder lebendig werden. Zwar sei der Gedanke tröstlich, dass Verstorbene in der Erinnerung der Hinterbliebenen weiterleben, doch stoße dies an eine irdische Grenze, wenn Fotografien verblassen oder nachfolgende Generationen die Namen nicht mehr kennen. Genau an diesem Punkt setze das Fundament des christlichen Glaubens an: „Wir glauben an einen Gott, dessen Gedächtnis nicht verblasst. An einen Gott, dessen Liebe nicht aufhört. Wir glauben an einen Gott, der keinen Menschen vergisst.“ Die Heilige Schrift kenne dafür das Bild des „Buches des Lebens“, in dem jeder Mensch vor Gott einmalig und mit seinem ganz persönlichen Namen gerufen und geborgen sei. Dieses Leitmotiv spiegelte sich auch vor den Altarstufen wider: Dort lag ein aufgeschlagenes Buch des Lebens, umrahmt von den Sterbebildern all jener Pfarrangehörigen, die seit dem vergangenen Allerheiligenfest verstorben sind. Während ihre Namen einzeln verlesen wurden, wurde für jeden von ihnen eine eigene Kerze als Zeichen des unvergänglichen Lichts der Auferstehung entzündet. Ein weiteres Licht brannte für all jene Toten, die in Vergessenheit geraten sind und für die niemand mehr betet. Im Anschluss an die Allerheiligenlitanei zogen die Gläubigen hinaus auf den Friedhof, wo Dekan Eckl im Gebet und beim Rundgang mit Weihwasser und Weihrauch die Ruhestätten segnete.

Auch in Großköllnbach gedachten die Gläubigen ihrer Verstorbenen. Pfarrvikar Dr. Paul leitete dort die Andacht direkt am Friedhof, begleitet von einer kleinen Formation der Musikkapelle Großköllnbach. Nach den gemeinsamen Fürbitten und Gebeten schritt Pfarrvikar Dr. Paul durch die Reihen der Gräber und spendete ihnen den kirchlichen Segen als Hoffnungszeichen auf das ewige Leben bei Gott.  

Text und Fotos: S. Melis