Ganz im Zeichen des heiligen Franziskus von Assisi stand der Dekanatstag des Dekanats Dingolfing-Eggenfelden in der Pfarrei St. Nikolaus und St. Stephan. Gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Dingolfing-Landau und Rottal-Inn-Salzach war ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Referenten zusammengestellt worden. Ein Vortrag des Schriftstellers Alois Prinz, ein festlicher Kapitelgottesdienst und ein musikalischer Workshop mit der bekannten Liedermacherin Kathi Stimmer-Salzeder bildeten die Schwerpunkte.
Dekan Jürgen Josef Eckl begrüßte im Haus der Pfarrgemeinde die Priester, pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche interessierte Gäste. Anlässlich des 800. Todestags des heiligen Franziskus referierte der Journalist und Schriftsteller Alois Prinz zum Thema „Franziskus, der sanfte Rebell“. Mit Bildern und persönlichen Eindrücken berichtete Prinz von seiner Wanderung auf den Spuren des Heiligen von Assisi nach Rom. Dabei begleitete ihn die Frage: „Was brauche ich eigentlich?“ Anschaulich schilderte er den Lebensweg des Franziskus, der als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers zunächst ein sorgloses Leben führte und von einer Ritterkarriere träumte. Sein wachsender Glaube veränderte jedoch seine Wertvorstellungen grundlegend. Er sagte sich von Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen los und entschied sich für ein Leben in Armut, Demut und konsequenter Nachfolge Jesu. Immer mehr Menschen schlossen sich ihm an. Als „Gaukler Gottes“ verkündete Franziskus seine Botschaft mit Gesang und Lebensfreude. Selbst schwer krank und nahezu erblindet, verfasste er noch seinen berühmten „Sonnengesang“.
Zeichen gesetzt durch eigene Lebensführung
Nach einer Vesperfeier und einer gemeinsamen Brotzeit versammelten sich die Priester, Diakone sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanats zum festlichen Kapitelgottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Dabei wurde auch der verstorbenen Priester und Seelsorger der vergangenen zehn Jahre gedacht. In seiner Predigt griff Dekan Eckl das Vorbild des heiligen Franziskus auf. Dieser habe in einer Zeit großer gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche gelebt und sei gerade deshalb zu einem bedeutenden Erneuerer der Kirche geworden. Nicht durch Veränderungen von Strukturen, sondern durch die eigene Lebensführung habe er Zeichen gesetzt. Auch heute brauche die Kirche Menschen, die nicht nur Missstände beklagten, sondern selbst Verantwortung übernähmen. Liebe, Vergebung, Barmherzigkeit und Achtung vor der Schöpfung seien zentrale Grundlagen christlichen Handelns. Eckl ermutigte dazu, die kleinen Zeichen der Hoffnung und die Freude am Glauben wieder stärker wahrzunehmen. Besonders würdigte er das oft stille Wirken der vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten in den Pfarreien. Mit den Worten „Die Kirche hat da eine Zukunft, wo Christus ihre Gegenwart ist!“ schloss er seine Predigt. Musikalisch festlich gestaltet wurde der Gottesdienst von Regionalkantor Henri Böhme an der Orgel und Gudrun Pecher an der Querflöte, unter anderem mit Sonaten von Georg Friedrich Händel.
Lieder schlagen Brücke in die Gegenwart
Den Abschluss des Dekanatstags bildete ein Konzert mit Workshop unter dem Titel „Zusammen Wachsen – Franziskus von Assisi“ der geschäftsführende KEB-Bildungsreferent Stefan Ramoser begrüßte dazu die bekannte Liedermacherin Kathi Stimmer-Salzeder, ihre Tochter Katharina Salzberger und eine Flötistin in der Stadtpfarrkirche. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher ließen sich auf die musikalische Begegnung mit dem Leben und der Botschaft des heiligen Franziskus ein. Die Lieder zeichneten seinen Lebensweg und seine innere Wandlung nach und schlugen zugleich eine Brücke in die Gegenwart. Dabei wurde deutlich, dass Musik Menschen verbinden und zu einem Werkzeug des Friedens werden kann.
Der Dekanatstag bot damit nicht nur vielfältige geistliche und kulturelle Impulse, sondern stärkte auch die Gemeinschaft der Christinnen und Christen der einzelnen Pfarreien hinaus.
Fotos und Text: A. Malota
