Tod und Auferstehung Jesu gefeiert

In der tiefen Stille der Nacht zum Ostersonntag versammelte sich die katholische Gemeinde in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, um die „Nacht der Nächte“ zu begehen: vor der Sakristei loderte bereits das Osterfeuer, dessen helles Knistern die Dunkelheit durchschnitt. Es war ein Moment des Übergangs: Während die Flammen tanzten, konnte man in der morgendlichen Frische bereits den ersten, leisen Gesang der Vögel vernehmen, der den kommenden Tag ankündigte. Dekan Jürgen Josef Eckl eröffnete die Feier mit dem feierlichen Segen über das Feuer. Die neue Osterkerze des Jahres 2026, geziert mit einer strahlenden Ostersonne, dem Lamm Gottes und einem grün umrankten goldenen Kreuz als Symbol der neuen Schöpfung, wurde an den Flammen entzündet.

Mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ wurde die brennende Kerze in die stockfinstere Pfarrkirche getragen. Schritt für Schritt breitete sich das Licht von der Osterkerze auf die kleinen Kerzen der Gläubigen aus, bis das gesamte Kirchenschiff in warmem Glanz erstrahlte. Nach dem feierlichen Exsultet, dem Lobgesang auf die Osterkerze, folgte die Liturgie der Verheißung. Unter dem Jubel der Orgel und dem festlichen Vollgeläut aller Glocken erstrahlte die Kirche zum „Gloria“ in vollem Licht.

Nach dem feierlichen Evangelium rückte Dekan Jürgen Josef Eckl in seiner Predigt die tiefere Bedeutung dieser Nacht in den Mittelpunkt. Er beschrieb Ostern als ein Ereignis, das die Sinne berührt und den Menschen grundlegend verändert. Dekan Eckl fand klare Worte für das Wunder der Auferstehung:„Das Grab ist leer. Das Leben hat gesiegt. Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Das ist die Botschaft dieses Ostermorgens.“ Er erklärte, dass die Auferstehung nicht nur ein historisches Ereignis sei, sondern eine neue Wirklichkeit schaffe. Besonders hob er hervor, dass die Kirche von Anfang an die Osternacht als den idealen Zeitpunkt für die Taufe gewählt habe, da sich hier der Übergang vom Dunkel zum Licht am deutlichsten vollziehe.

Ein besonderes Zeugnis dieses neuen Lebens gaben in diesem Jahr zwei 32-jährige Zwillingsbrüder aus Syrien. Nach einer über einjährigen Vorbereitungszeit im Katechumenat traten sie vor das Taufbecken, um die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie zu empfangen. Unter ihren Taufnamen Kosmas und Damian bekannten sie ihren Glauben. Die heiligen Kosmas und Damian waren Zwillingsbrüder, die im 3. Jahrhundert als Ärzte wirkten. Sie sind in der christlichen Tradition als die „Anargyroi“ („ohne Silber“) bekannt, da sie Kranke stets ohne Bezahlung behandelten und ihr medizinisches Wirken als Dienst am Nächsten und Zeugnis ihres Glaubens verstanden. Aufgrund ihrer Standhaftigkeit erlitten sie unter der christenfeindlichen Herrschaft das Martyrium. Heute werden sie als Schutzpatrone der Mediziner, Apotheker und insbesondere der Zwillinge verehrt und gelten als Sinnbild für geschwisterliche Einheit und selbstlose Nächstenliebe.

Dekan Eckl betonte in seiner Ansprache an die beiden: „Die Taufe ist auch mehr als die Aufnahme in die katholische Kirche. Sie ist nichts weniger als Auferstehungsgemeinschaft mit Christus.“ Nachdem sie mit dem Chrisam gesalbt worden waren und ihre brennenden Taufkerzen erhalten hatten, erneuerte die gesamte versammelte Gemeinde ihr eigenes Taufversprechen. Die Feier mündete in die österliche Eucharistie. Bevor die Gläubigen in den Ostermorgen entlassen wurden, erfolgte die traditionelle Speisensegnung, gleich im Anschluss ging es ans Osterfrühstück in den Pfarrsaal, ausgerichtet vom Pfarrgemeinderat, Ausschuss Feste und Feiern, unter der Federführung von Renate Meindl.

Text: S. Melis | Fotos: S. Melis, privat

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