Bei strahlendem Sonnenschein und unter einem weiß-blauen bayerischen Himmel machten sich am Vormittag des 1. Mai zahlreiche Gläubige auf den Weg: Die große Gebetsgemeinschaft zog auf einer von frischem Frühlingsgrün gesäumten Straße hinaus ins Moos. Angeführt wurde der festliche Zug von einer großen Ministrantenschar, die das Kreuz vorantrug, dahinter folgte Dekan Jürgen Josef Eckl, der den traditionellen Bittgang zur Kapelle anführte. Das Ziel der feierlichen Prozession war die idyllisch gelegene Kapelle zur „Mutter Gottes im Moos“, wo die Pfarrei einen stimmungsvollen Freiluftgottesdienst zum Hochfest der Patrona Bavariae feierte.

Soldaten bauten die Heimkehrerkapelle
Dicht gedrängt saßen die Gläubigen auf den Holzbänken vor der Kapelle. Während Dekan Eckl am Außenaltar vor der geöffneten Kapellentür die Messe zelebrierte, wehte daneben die bayerische Fahne im leichten Frühlingswind. Dass dieser besondere Ort in einem so makellosen Zustand erstrahlt und für die große Besucherzahl bestens vorbereitet war, ist dem unermüdlichen Einsatz der Kameradschaft und Freunde der Heimkehrerkapelle Pilsting (ehemals KSK Pilsting) zu verdanken. Dekan Eckl sprach den Mitgliedern am Ende der Feier einen ausdrücklichen und herzlichen Dank für die Aufbauarbeiten und die intensive, ganzjährige Pflege dieses vielbesuchten geistlichen Ortes aus. Die Heimkehrerkapelle war nach dem Zweiten Weltkrieg von Soldaten aus tiefer Dankbarkeit für ihre glückliche Heimkehr errichtet worden.

Wohlstand, aber Unsicherheit in unserer Zeit
In seiner tiefgründigen Predigt spannte Dekan Jürgen Josef Eckl einen Bogen von der Geschichte des Feiertages bis in die unmittelbare Gegenwart. Er erinnerte daran, dass König Ludwig III. im Jahr 1917, mitten in den verheerenden Wirren des Ersten Weltkrieges, den Papst bat, den Ehrentitel „Maria Schutzfrau Bayerns“ zu bestätigen. Dies sei kein Ausdruck von Hilflosigkeit gewesen, sondern ein Zeichen der Hoffnung auf Frieden und Sicherheit, erwachsen aus einem tiefen Glauben. Dekan Eckl kontrastierte diese historische Not mit der heutigen Zeit: Obwohl die Gesellschaft heute in einem „historisch nie zuvor gekannten Wohlstand“ und in Sicherheit lebe, mache sich eine neue Unsicherheit in einer friedloser werdenden Welt breit.

Bayernhymne kam wie immer zum Schluss
Musikalisch feierlich umrahmt wurde die gut besuchte Freiluftmesse von Kirchenmusiker Thomas Eiserle. Nach dem traditionellen Mariengebet „Unter deinem Schutz und Schirm“ und dem feierlichen Schlusssegen klang die Feier, wie es an diesem Tag Brauch ist, mit dem gemeinsamen Singen der Bayernhymne aus.
Text: S. Melis, Fotos: A. Wenninger