Mit einem festlichen Gottesdienst, zu dem sich zahlreiche Gläubige aus der gesamten Pfarrei eingefunden hatten, verabschiedete Wallersdorf am Sonntag seinen geschätzten Pfarrvikar Arul. Nach zwei Jahren in Wallersdorf führt ihn nun seine neue Aufgabe ins us-amerikanische Cedarburg, Wisconsin. Zu Beginn des Gottesdienstes zog der Geistliche begleitet von 13 Ministranten sowie den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine durch den Mittelgang in die Pfarrkirche St. Johannes. Für die musikalische Gestaltung der Liturgie sorgte der Kirchenchor Großköllnbach-Wallersdorf unter der Leitung von Kirchenmusiker Thomas Eiserle. In seiner Predigt griff Pfarrvikar Arul das Motiv des Vertrauens aus dem Tagesevangelium auf und stellte es in Bezug zu seinem eigenen Weggang: Auch der Aufbruch ins Ungewisse verlange ein Vertrauen, das größer sei als die eigene Angst.

Wie sehr der indische Pfarrvikar in den vergangenen zwei Jahren den Wallersdorfern ans Herz gewachsen ist, war an diesem Tag deutlich zu spüren. Bürgermeister Franz Aster, Simon Eberl im Namen der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderatssprecherin Bettina Schanz würdigten Pfarrvikar Aruls Wirken und hoben übereinstimmend seine Offenheit und Nähe zu den Menschen hervor. Besonders die Ministranten wussten das zu schätzen: Vor und nach den Gottesdiensten war für den einen oder anderen Scherz mit ihnen immer Zeit und auch seine keineswegs zimperliche Weihwasser-Besprengung bleibt in bester Erinnerung. Den Gläubigen wünschte Pfarrvikar Arul zum Ende jedes Gottesdienstes einen „schönen Sonntag“ und bat ausdrücklich darum, ihm diesen Wunsch zu erwidern. Seine Verlässlichkeit wurde ebenso wie die Eigenschaft, direkt und unvoreingenommen auf jedermann zuzugehen, unterstrichen. Ein besonderer Dank galt zudem Maria Rank, die den Pfarrvikar während seiner Zeit in der Pfarrei mit großer Selbstverständlichkeit begleitet und unterstützt hatte. Zum Abschied überreichte Kirchenpflegerin Katrin Dengler einen Apfelbaum sowie ein T-Shirt mit den Kirchen der Pfarreiengemeinschaft und den Ministranten als Aufdruck. Der gebürtige Inder aus dem Bundesstaat Tamil Nadu war im Jahr 2016 nach Deutschland gekommen. Nach Stationen in Niederaichbach, Oberaichbach und Wörth an der Isar sowie Sulzbach-Rosenberg trat er seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach mit den Benefizien Ganacker und Parnkofen an, bis zur Zusammenlegung 2024 mit den Pfarreien Wallersdorf, Haidfling und Altenbuch. Ab diesem Zeitpunkt wurde Wallersdorf sein Lebensmittelpunkt. Der 2005 zum Priester geweihte Geistliche, dessen Bruder ebenfalls als Priester im nahen Wolnzach wirkt, war sichtlich bewegt und bedankte sich mit persönlichen Worten bei der Gemeinde – für die herzliche Aufnahme, das entgegengebrachte Vertrauen und die gemeinsame Zeit. Zugleich bat er um Nachsicht für etwaige Fehler, die ihm in den vergangenen zwei Jahren unterlaufen sein mögen.Zum Auszug nach dem Schlusssegen stimmte der Kirchenchor „Country Roads“ an und die gesamte Gemeinde klatschte mit – ein bewegender und zugleich fröhlicher Abschluss des Gottesdienstes. Im Anschluss lud die Pfarrei zu einem Stehempfang in den Pfarrsaal ein, bei dem die Gläubigen Gelegenheit hatten, sich persönlich von Arul zu verabschieden. Zudem war eine Spendenbox für das Kirchenbauprojekt in seinem Heimatdorf aufgestellt.

Text und Fotos: S. Eberl

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