„Wir haben als Christen eine Mission, wir sind gesendet, so wie Jesus damals seine Jünger ausgesandt hat, und heute durften wir es wieder im Evangelium hören: ‚Geht! Ich sende euch!‘ Ihr seid meine Zeugen in der Welt!“ Mit diesen kraftvollen Worten stellte Dekan Jürgen Josef Eckl am Sonntag in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pilsting vier engagierte Gemeindemitglieder vor, die zukünftig einen wichtigen Dienst als Gottesdiensthelfer übernehmen: Bettina Schanz (Pfarrei Wallersdorf), Sigrid Weinzierl (Pfarrei Pilsting), Bernhard Haller (Pfarrei Großköllnbach) und Josef Salzberger (Pfarrei Großköllnbach, in Abwesenheit). Der feierliche Anlass würdigte das ehrenamtliche Engagement, das für die Pfarreiengemeinschaft immer wichtiger wird. Die Diözese Regensburg bildet Gottesdiensthelfer aus, um Priester zu entlasten und das Laienengagement zu stärken. Die Schulungen umfassen Liturgie, Sakramententheologie und praktische Gottesdienstgestaltung. Gottesdiensthelfer übernehmen Aufgaben wie Kommunionausteilung, Lektorendienst und Wort-Gottes-Feiern.
Ein wachsender Bedarf an ehrenamtlicher Unterstützung
Dekan Eckl betonte in seiner Predigt die aktuelle Situation der Kirche, in der immer weniger Menschen bereit sind, sich in den Dienst zu stellen, um Zeugen Jesu Christi zu sein. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“, zitierte er aus dem Evangelium. Angesichts der rückläufigen Zahlen an Priestern und pastoralen Mitarbeitern sei es von entscheidender Bedeutung, dass Gläubige wie Bettina Schanz, Sigrid Weinzierl, Bernhard Haller und Josef Salzberger Verantwortung übernehmen. Sie werden das Gebet in den Gemeinden weiter pflegen, das Wort Gottes verkünden und Menschen auf ihrem christlichen Weg begleiten. Der Dienst der Gottesdiensthelfer ist eine Antwort auf diesen Wandel: er beruht nicht auf einer Weihe, sondern auf der Taufe und Firmung der Gläubigen, dies unterstreicht das im Zweiten Vatikanischen Konzil betonte allgemeine Priestertum aller Getauften.
Vielfältige Formen des Glaubenslebens
Die neuen Gottesdiensthelfer werden in erster Linie Andachten und Wort-Gottes-Feiern im Auftrag des Pfarrers leiten, Dekan Eckl ermutigte die Gemeinde, diese Gottesdienstformen anzunehmen und zu schätzen. Er hob hervor, dass der Reichtum der Liturgie der katholischen Kirche nicht allein in der Eucharistie liege, wenngleich diese der Höhepunkt allen Tuns sei. Auch das Hören auf das Wort Gottes, seine Betrachtung, das fürbittende Gebet und die Verehrung der Eucharistie außerhalb der Messfeier hätten ihre Berechtigung. Diese Aufgaben seien keine, die ausschließlich geweihten Amtsträgern vorbehalten sind, sondern entspringen dem Volk Gottes selbst. Es sei eine besonders glaubwürdige Unterstreichung der christlichen Botschaft, wenn Frauen und Männer, die mitten im Leben stehen, mit Berufs- und Familienerfahrung, ihren Glauben verkünden. Sie bringen eine im Leben bewährte Grundlage mit, die ihre Verkündigung noch authentischer macht.
Die Frohe Botschaft weitertragen
Dekan Eckl dankte den neuen Gottesdiensthelfern ausdrücklich für ihre Bereitschaft, diesen wichtigen Dienst für ihre Brüder und Schwestern in der Pfarreiengemeinschaft zu übernehmen. Er erinnerte sie daran, stets den Kern des Glaubens im Bewusstsein zu behalten: die bedingungslose Liebe Gottes, wie sie sich in Jesus Christus gezeigt hat. Diese Liebe führe zur Erlösung, zum Wunder, dass Gott selbst in seinem Sohn sein Leben gegeben hat, damit wir heil werden und Hoffnung über die Gräber dieser Welt hinaus haben. Diese Frohe Botschaft mit Überzeugung weiterzugeben, aus der tiefen Erfahrung der Rettung mit Gott heraus, das sei die Mission, zu der alle Christen kraft Taufe und Firmung berufen sind. „Ite missa est! Geh! Du bist gesendet im Namen des Herrn“, so die abschließenden Worte des Dekans, die als Aufruf an alle Gläubigen verstanden werden dürfen.
Text und Fotos: S. Melis