„Feuerwehr ist Leidenschaft“ – mit diesen Worten hat Dekan Jürgen Josef Eckl beim diesjährigen Florianitag auf den Punkt gebracht, was Hunderte ehrenamtliche Helfer in der Marktgemeinde Pilsting antreibt. In einem feierlichen Gottesdienst, der ganz im Zeichen des „bleibenden Beistands“ stand, schlug der Geistliche eine Brücke zwischen dem biblischen Helfer, dem „Parakleten“, und dem selbstlosen Einsatz der Rettungskräfte. Es sei ein „gutes Feuer“, das in den Herzen der Kameraden brenne – eine Kraft, die leuchtet, ohne zu blenden, und antreibt, ohne zu verzehren. Den feierlichen Gottesdienst zelebrierte Dekan Jürgen Josef Eckl, der in seiner Predigt unter dem Leitgedanken „Der bleibende Beistand“ eine Brücke zwischen der biblischen Botschaft und dem modernen Feuerwehralltag schlug. Ausgehend vom Evangelium nach Johannes erläuterte Eckl den Begriff des „Parakleten“ – jener Beistand und Helfer, den Jesus seinen Jüngern als bleibende Kraft versprochen hat. Nicht nur ein „Nice-to-have“ Der Dekan verdeutlichte, dass Beistand kein bloßes „Nice-to-have“, sondern für den Menschen von Geburt an lebensnotwendig sei. So wie ein Neugeborenes auf tragende Hände angewiesen ist oder ein Verletzter auf jemanden, der ihn versorgt, so brauchten auch die Einsatzkräfte im Ernstfall jemanden, der ihnen den Rücken stärkt. „Beistand ist lebensnotwendig“, betonte Eckl und verwies darauf, dass kein Mensch – weder im Alltag noch im Glauben – aus eigener Kraft allein bestehen könne. Besonders hob der Geistliche die Motivation der Feuerwehrleute hervor. „Feuerwehr ist Leidenschaft“, stellte Eckl fest und bezeichnete den Dienst am Nächsten als weit mehr als ein bloßes Hobby oder eine Pflichtaufgabe. Die Einsatzbereitschaft und die Kameradschaft entspringen einem „guten Feuer“ im Herzen der Kameraden. Dieses Feuer sei vergleichbar mit dem brennenden Dornbusch des Alten Testaments: Es sei eine Kraft, die antreibt, ohne zu verzehren, und die leuchtet, ohne zu blenden. Der heilige Florian stehe dabei als zeitloses Vorbild für den Mut, sich nicht abzuwenden, und für die Treue im Ehrenamt, auch wenn die Situation schwierig wird. In den Fürbitten wurde dieses Anliegen vertieft: Die Gemeinde betete um Schutz vor Unfällen, die Bewahrung der Heimat vor Katastrophen und insbesondere um einen starken Geist der Kameradschaft innerhalb der Wehren. Im Anschluss an die Eucharistiefeier setzte sich die Florianiprozession durch die Straßen des Marktes in Bewegung. Ein prächtiges Bild boten die Fahnen und Abordnungen der Feuerwehren aus Pilsting, Großköllnbach, Waibling/Parnkofen, Harburg, Trieching und Ganacker, die gemeinsam über den Marktplatz zogen. Für die professionelle Absicherung des Umzugs und die Sicherheit aller Teilnehmer sorgte die Freiwillige Feuerwehr Pilsting. Während der Prozession wurde an einer Station das Evangelium vom barmherzigen Samariter verkündet. Die Erzählung von dem Reisenden, der nicht wegsah, sondern handelte, unterstrich das Leitbild der Feuerwehrleute: mutig für die Gesundheit und das Leben anderer einzutreten. Nach dem Grußwort von Bürgermeister Martin Hiergeist, der sich den lobenden Worten des Dekans anschloss, bildete der feierliche Segen den Abschluss der Feierlichkeiten. Dekan Eckl erbat den Schutz Gottes für alle zukünftigen Einsätze und sprach den zentralen Wunsch des Tages aus: Dass alle Feuerwehrdienstleistenden nach getaner Arbeit stets gesund und unverletzt zu ihren Familien zurückkehren mögen.

(Text und Fotos: S. Melis)

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